Jun 26
2007

"Stellt sich nur die Frage, wie ein Entwickler das alles schaffen soll: Kundenwünsche verstehen - und als Kunde ist hier durchaus auch der Teamleiter gemeint - Wünsche umsetzen, sich technologisch auf der Höhe der Zeit halten, und dann noch Tools und Server richtig einzusetzen wissen. Eine Möglichkeit wäre eine Art Expertensystem: Spezifikation rein, Lösungsmodell raus.  "Das MSDN Solve Programm der deutschen Microsoft-Kollegen geht in diese Richtung", meint Prashant Sridharan [Group Product Manager für Visual Studio Team System]. Typische How-to-Hilfen sollen Antworten auf Fragen etwa zum Datenbankzugriff geben. Eine einfache Antwort auf die Frage habe er aber auch nicht. Das nächstliegende wäre aber die Spezialisierung: Generalisten werden es künftig extrem schwer haben, Fokussierung wäre angesagt. Nur so könne man überleben."

DotNetPro, Ausgabe 7/2007, S. 12

Am interessantesten sind für mich vor allem die Sätze am Ende von Sridharans Ausführungen. Dem schließe ich mich aus eigener Erfahrung in vollem Umfang an. Kürzlich wurde uns im Rahmen eines Scrum-Workshops mitgeteilt, dass es für die agile Software-Entwicklung unumgänglich sei, dass der einzelne Entwickler z.B. im Krankheitsfall einfach durch seinen Kollegen zu ersetzen sein muss. Also eine völlig gegenteilige Ansicht. Es würde sich ja hier quasi um einen Super-Entwickler handeln, der sich sowohl im Frontend und Codebehind zu Hause fühlt, als auch im COM-Layer und natürlich auch in der Datenbank. Zudem muss er alle notwenigen IDE's und Tools beherrschen, um sein Handwerk ausführen zu können. In diesem Sinne schließe ich mich der Meinung von Prashant Sridharan an, der die Zukunft in einer Spezialisierung eines Entwicklers sieht. Auch Ralph Westphal äußert in der gleichen Ausgabe des DotNetPro-Magazins auf S. 47: "... heute sind die Technologien und Werkzeuge, mit denen theoretische und praktische Aspekte der Informatik umgesetzt werden, so komplex und vielfältig, dass sie sich eben nicht so nebenbei lernen lassen".