"Stellt sich nur die Frage, wie ein Entwickler das alles schaffen
soll: Kundenwünsche verstehen - und als Kunde ist hier durchaus auch
der Teamleiter gemeint - Wünsche umsetzen, sich technologisch auf der
Höhe der Zeit halten, und dann noch Tools und Server richtig
einzusetzen wissen. Eine Möglichkeit wäre eine Art Expertensystem:
Spezifikation rein, Lösungsmodell raus. "Das MSDN Solve Programm
der deutschen Microsoft-Kollegen geht in diese Richtung", meint
Prashant Sridharan [Group Product Manager für Visual Studio Team
System]. Typische How-to-Hilfen sollen Antworten auf Fragen etwa zum
Datenbankzugriff geben. Eine einfache Antwort auf die Frage habe er
aber auch nicht. Das nächstliegende wäre aber die Spezialisierung:
Generalisten werden es künftig extrem schwer haben, Fokussierung wäre
angesagt. Nur so könne man überleben."
DotNetPro, Ausgabe 7/2007, S. 12
Am
interessantesten sind für mich vor allem die Sätze am Ende von
Sridharans Ausführungen. Dem schließe ich mich aus eigener Erfahrung in
vollem Umfang an. Kürzlich wurde uns im Rahmen eines Scrum-Workshops
mitgeteilt, dass es für die agile Software-Entwicklung unumgänglich
sei, dass der einzelne Entwickler z.B. im Krankheitsfall einfach durch
seinen Kollegen zu ersetzen sein muss. Also eine völlig gegenteilige
Ansicht. Es würde sich ja hier quasi um einen Super-Entwickler handeln,
der sich sowohl im Frontend und Codebehind zu Hause fühlt, als auch im
COM-Layer und natürlich auch in der Datenbank. Zudem muss er alle
notwenigen IDE's und Tools beherrschen, um sein Handwerk ausführen zu
können. In diesem Sinne schließe ich mich der Meinung von Prashant
Sridharan an, der die Zukunft in einer Spezialisierung eines
Entwicklers sieht. Auch Ralph Westphal äußert in der gleichen Ausgabe
des DotNetPro-Magazins auf S. 47: "... heute sind die Technologien und
Werkzeuge, mit denen theoretische und praktische Aspekte der Informatik
umgesetzt werden, so komplex und vielfältig, dass sie sich eben nicht
so nebenbei lernen lassen".