"Immer mehr Menschen nehmen ihr Handy oder ihren Laptop mit
ins Bett, um E-Mails auch am Abend und in der Nacht abrufen zu können.
Dabei konfiguriert ein Großteil der mobilen E-Mail-User das Gerät so,
dass jede neue Nachricht sofort an das Gerät weitergeleitet wird.
Dabei wird kein noch so ungewöhnlicher Ort ausgelassen, um dem
Kommunikationslaster zu frönen. Neben dem eigenen Schlafgemach
schrecken mobile E-Mail-Anwender offenbar auch nicht davor zurück,
während des Kirchgangs ihre Nachrichten abzurufen. Zumindest 12 Prozent
der Befragten gaben zu Protokoll, auch in Gotteshäusern hereinkommende
E-Mails gelesen zu haben. Noch verbreiteter ist die E-Mail-Nutzung im
eigenen Badezimmer (53 Prozent) beziehungsweise während des Autofahrens
(37 Prozent).
Darüber hinaus wird die E-Mail-Verfügbarkeit zunehmend auch zu einem
Thema bei der Urlaubsplanung. Vier von fünf Befragten prüfen ihren
Posteingang zumindest einmal am Tag, auch wenn sie auf Reisen sind.
Laut einer von AOL America durchgeführten Umfrage zum Thema
E-Mail-Sucht gaben 59 Prozent der Befragten an, Nachrichten im Pyjama
oder Nachthemd zu lesen."
Computerwelt 24.08.2006, österreichische Wochenzeitung für IT, Telekom, Internet. S. 106
Dieser
Artikel ist zwar schon ein Jahr alt, hat jedoch nichts von seiner
Aktualität eingebüßt. Diesen Drang, ständig erreichbar sein zu müssen,
ständig auf dem aktuellen Stand sein zu müssen, bringt wohl die heutige
Zeit mit sich. Wie weit man allerdings damit geht, ist zum Glück dem
Einzelnen überlassen. Ich denke, wenn man selbst während eines
Gottesdienstes nicht mehr fähig ist, für diese kurze Zeitspanne
"offline" zu sein, dann hat man schon einen kritischen Zustand
erreicht. Der Trend führt sicherlich auch mehr und mehr zu einer
Vermischung von Berufs- und Privatleben. Meiner Meinung nach sollte man
auch hier darauf achten, gewisse Grenzen nicht zu überschreiten.