Dieser Tag stand für mich, wie auch der Tag vorher, ganz im Zeichen der Developer-Sessions.
Silverlight und PopFly - Der erste Kontakt. Oliver Scheer und Lori Grosland stellten beides in der ersten Session des Tages vor. Silverlight war mir ja schon ein Begriff aber PopFly, hmmm. Unter http://www.popfly.ms/ kann man sich, einen Account vorausgesetzt, selbst ein Bild von dieser künftigen Technik machen. Fazit: Mit wenigen Mausklicks, Drag and Drops und ganz ohne Code ist erstaunlich viel in kürzester Zeit erstellbar. Z.B. meine aktuellen Bilder sofort ins Netz. Alles schön bunt und ganz easy. Oliver Scheer demonstriert kurz die derzeit aktuellen Silverlight Versionen 1.0 und 1.1, wobei meines Erachtens erst mit V. 1.1. ein richtiges gutes Plugin kommen wird, welches neben JavaScript auch z.B. mit C# programmiert werden kann.
Frank Fischer zeigte in seiner Session über dynamischen Sprachen auf, das Microsoft wieder in diese Richtung tendiert. Er zeigte eine ellenlange Liste dynamischer Sprachen, darunter fanden sich alte Bekannte wie VBScript, JavaScript, JScript oder PHP.
Für dynamische Sprachen gälten folgende Paradigmen:
- Runtime over Compile-Time (die Hardware werde besser und besser und stelle daher keine Begrenzung wie früher dar),
- Entscheidungen verzögern (Die Problemstellung sei wichtiger als die Implementierung)
- Details der Implementierung verbergen
- "Duck Typing" (automatisches Zuweisen von Variablentypen)
Microsoft wird eine Dynamic Language Runtime DLR entwickeln. Diese soll den notwendigen Support für dynamische Sprachen bieten und die Entwicklung mit diesen extrem vereinfachen. In Silverlight 1.1 werden laut Fischer Ruby, Python, JavaScript und VBX implementiert. Woh, es mag losgehen :-)
Oliver Scheer zeigte in der Session "Silverlight - Hardrock im Web" die drastische Erweiterung, die Silverlight V. 1.1 im Gegensatz zu V. 1.0 bieten soll. Dieser Erweiterung sei nicht nur auf Möglichkeit der Anwendung von .NET Sprachen zu reduzieren. Er demonstrierte mit dem VS2008 Beta2 und Expression Blend das reibungslose Zusammenspiel der beiden Programme und zeigte ansatzweise, wie z.B. eine Quiz-Applikation auf diesem Wege und mit diesen technischen Mitteln leicht zu realisieren sei.
Dirk Primbs ging mit "Deep Diving XAML und WPF" nochmals eine Stufe tiefer. Auch er führte seine Demos mit VS2008 Beta2 und Expression Blend aus, arbeitete jedoch aus didaktischen Zwecken überwiegend im Code. So konnte der Zuschauer leichter verstehen, was hinter den Kulissen von Expression Blend & Co. eigentlich abläuft.
Die WPF-Vision stellt sich seiner Meinung nach in diesen Punkten dar:
- einheitliche Architektur für UI, Dokumente, Medien etc.
- einheitliche vektorbasierte Composition engine
- deklaratives Programmiermodell
- einfaches und sicheres Deployment-Modell
Eine interessante und trotz des "trockenen Stoffes" sehr unterhaltsame Session war die vorletzte dieses Tages "Services mit WCF jenseits von SOAP" von Christian Weyer. Wer kann schon von sich behaupten, tieffliegende Seifen gesehen zu haben, als der Referent einige Sätze über SOAP anbringen wollte :-) Wirklich cool. Gut, dass ich nicht an der Stelle saß, an der das Stück Seife zu Boden ging. Christian sprach über Dinge jenseits eine Web 2.0 Applikation, keinesfalls jedoch über Klicki Bunti, Drag and Droppi, UIs, IDEs usw. Er stellt die Neuerungen des WCF im .NET Framework 3.5 in einer überaus unterhaltsamen Weise vor, so dass ich mich schon auf die nächste Session mit Christian Weyer freue. Zudem ist er ja auch wie ich ein Franke ;-)
Marc Höppner setzt schließlich mit "The Future of ASP.NET" den Schlusspunkt dieser zwei XTOPIA-Tage in Berlin. Zusammenfassend die wichtigsten künftigen Neuerungen:
- Die History-Back oder F5-Funktionalität, die ja bei Verwendung von ASP.NET AJAX derzeit nicht oder nur eingeschränkt funktioniert, soll durch ein serverseitiges oder clientseitiges "History-Control" wieder hergestellt werden. Eine Demo zeigte auf, dass dies mit den ASP.NET Futures auch schon funktioniert.
- Anbindung von Astoria-Dataservices (Unterstützung zur clientseitigen Anbindung)
- XML-Skripts => Verdrahten von Objekten auf deklarative Art. Binding => Controls verbinden. Client Data Controls => Serverseite Daten an clientseitige Controls.
- CSS-Selectors: z.B. getElementsByClassName('txtInput') => Erweiterung der JavaScript Libary
- Neue Silverlight Controls (XAML, Media, Skins, Chapter, Marker)
- Dynamic Data Controls zur Vereinfachung der Datenanbindung und Darstellung bzw. zur vollständigen Automatisierung. Er wird einem künftig noch mehr Arbeit abgenommen. Trotzdem bleibt alles beinflussbar.
- Dynamic Languages.
- Application Services (Search, Sitemaps, Diagnostics). Vorallem letzteres ist wirklich sehr interessant. Bisher ist ja z.B. JavaScript-Debugging ein nervenaufreibender Zeitvertreib. Das soll besser werden. Zum Glück!
Das war es!
Im Anschluss an die letzte Session ging es im Flugzeug in der Dunkelheit durchgeschüttelt und wie eine Sardine verpackt ab nach Hause. In München wartete am Freitag ein Bahnstreik mit den entsprechenden Folgen im Berufsverkehr.
Aber mit so vielen Eindrücken und Motivationsschüben eindeckt, was interessiert mich da ein Bahnstreik?! :-)