Computer-Soziologin Gloria Mark von der University of California hat
ein Jahr mehrere tausend Menschen in Amerika bei der Arbeit beobachtet.
Das Ergebnis:
"Etwa 11 Minuten beschäftigten sich die
Mitarbeiter mit einer Aufgabe, bevor sie abgelenkt wurden durch eine
E-Mail, einen Anruf, eine SMS oder durch einen Kollegen. Erst nach 25
Minuten waren sie zur eigentlichen Aufgabe zurückgekehrt, brauchten
aber 8 Minuten, um sich wieder hineinzudenken.
Folglich
kam schon 3 Minuten später die nächste Störung. Viele schafften es gar
nicht mehr zurück zu ihrer Aufgabe. Im Schnitt behandelte jeder 12
Themen gleichzeitig. Job und Privates gingen durcheinander.
Konzentration unmöglich. Alles hüpft immer schneller."
Dieses
Problem wurde zwar in Amerika beobachtet und beschrieben, bekannt kommt
es mir trotzdem vor, obwohl ich in Deutschland in der IT-Branche tätig
bin. Die Organisation der eigenen Arbeit gerät mehr und mehr zu einem
Kunststück. Chronische Unterbesetzung, nur wichtige oder sehr wichtige
Aufgaben, die keinen Verzug dulden, auf dem Tisch, Erreichbarkeit an
allen Orten über verschiedenste Medien, Timeboxing, usw.
Gerhard
Reichel vom Institut für Rhetorik in Forchheim hat mir die o.g. Sätze
zugeschickt und gleichzeitig mit der Empfehlung verbunden, den
Augenblick wieder zu leben. Gerade jetzt in der Weihnachtszeit bietet
sich die Gelegenheit besonders, etwas Tempo aus dem Leben zu nehmen,
ein wenig innezuhalten und sich auf jene Dinge zu konzentrieren, die
für uns wesentlich sind und unser Leben bereichern. Ich stimme Herrn
Reichel bei. Die Gelegenheit ist derzeit günstig und der Bedarf ist da
:-)